Bezug: Lederimitate, Leder, Möbelstoffe      okta_drehstuhl_left
Lederimitate (Kunstleder) verfügen über ein Baumwoll- und/oder Polyestergewirke als Grundträger, worauf eine PVC-Verbundmasse aufgetragen und ggf. bedruckt wurde.

Eine Rinderhaut ist im Urzustand ca. 5-6 mm stark und kann in dieser Stärke für unsere Zwecke nicht verarbeitet werden.
Leder wird in einer Stärke von ca. 0,9 bis 1,1 mm verarbeitet. Die Rinderhaut wird deshalb aufgespaltet. Die dabei gewonnene oberste Haut bildet das wertvolle Oberleder, weil hier die original Hautporen und Haarkanäle vorhanden sind, welche dem Leder die einzigartige Eigenschaft verleihen, bis zu 40% seines Eigenvolumens an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben (atmet).

Unterhalb dieser Oberhaut liegt das Spaltleder, welches erst durch den Einsatz von Ausrüstung, Decklacken und Prägung zu einem verkäuflichen Leder wird. Durch die nachträgliche Prägung entsteht auf dieser Haut ein durchgängig gleichbleibendes Narbenbild, was beim Zuschnitt zu erheblichen Einsparungen führt und dieses Leder für preisgünstige Erzeugnisse prädestiniert.

Als Regenerat bezeichnet man ein aus Lederresten gewonnenes Oberflächenmaterial, bei welchem Reste von Leder zerkleinert und wieder zusammengeleimt werden. Damit der notwendige Zusammenhalt gewährleistet ist, erfolgt der Ausstrich dieser Restemasse auf einem textilen Untergrund. Nach der Aushärtung wird das Material gefärbt, geprägt und aufgerollt - fertig ist die Endlos-Kuh von der Rolle! Das ist äußerst praktisch für die Produktion, hat aber mit den Eigenschaften von Leder nichts mehr zu tun.

Bei der Vielzahl an Möbelstoffen wird vorwiegend Wert auf eine hohe Scheuerfestigkeit gelegt. Für die Beurteilung der Scheuerfestigkeit hat man die Prüfung EN ISO 12947 nach dem Martindale-Verfahren (Scheuertouren-Verfahren) entwickelt, bei welchem ein definiertes Scheuermittel-Gewebe mit einem bestimmten Druck auf einem zu prüfenden Gewebe drehend bewegt wird. Die Zahl der Drehbewegungen bis zur Probenzerstörung wird ermittelt und als xxxxx-Martindale benannt. Ein Wert von ca. 8.000 Martindale gilt für Stoffe im Haushalt als ausreichend. Wir betrachten jedoch einen Wert von 20.000 Martindale als Mindestwert. Häufig werden diese Werte allerdings deutlich überschritten.