Oberflächenbehandlung von Stahl          loft_left       
Zur Verbesserung des Aussehens und als Schutz vor Rostbildung müssen Stahloberflächen mit einem Überzug versehen werden. Wir unterscheiden zwischen lackierten und galvanischen Oberflächen.

Lackierte Flächen können in einer großen Palette farbig gestaltet werden. Um eine gewisse Reproduzierbarkeit bei Ergänzungen oder Nachlieferungen zu gewährleisten, bedient man sich häufig gewisser Farb-Standards nach RAL oder GAT, so dass auch unterschiedlichste Produkte miteinander kombiniert werden können.

Weniger gebräuchlich ist heute die Technik der Nasslackierung, weil hier nur ein relativ dünner Farbauftrag erreicht wird, der mehrere Lackierdurchläufe erforderlich macht, um eine wirkungsvolle Schutzfunktion des Lackauftrages zu erreichen.

Wesentlich besser in der Qualität sind Pulverbeschichtungen, die in einem elektrostatischen Verfahren aufgeschmolzen werden. Besonders vorteilhaft wirkt sich hierbei aus, dass man gegenüber dem Nasslack in einem einzigen Auftrag etwa bis zur 3-fachen Schichtstärke erzielt. Diese Pulver-Lackschicht haftet durch die entsprechende Vorbehandlung und die Verflüssigung des elektrostatisch aufgetragenen Farbpulvers mittels Hitze wesentlich intensiver auf dem metallischen Untergrund.

Verzinken, vernickeln und verchromen zählen zu den galvanischen Oberflächenverfahren.

Verzinkte Oberflächen finden wir meist nur bei Kleineisenteilen wie z.B. Schrauben, die im preisgünstigen Trommelverfahren behandelt werden. Zur Verbesserung der Oberflächenqualität werden die Zinkoberflächen bei größeren Teilen anschließend noch blau oder gelb chromatiert, um eine optisch störende Oxydschicht der verzinkten Oberflächen zu unterbinden.

Vernickelte Oberflächen finden wir heute kaum noch im Endprodukt, weil im galvanischen Verfahren häufig eine Verchromung nachgeschaltet wird, um ein wesentlich besseres optisches Ergebnis zu erzielen. Reine Nickeloberflächen wirken in der großen Fläche meist etwas gelblich. Als Basis für eine Verchromung ist die Nickelschicht jedoch unerlässlich.

Verchromte Oberflächen zeichnen sich durch eine hohe Beständigkeit sowie leichte Pflege und Reinigung aus. Dennoch gehört zu einer optisch hochwertigen Chromoberfläche die entsprechende Vorbehandlung durch gründliches vorheriges Schleifen. Erst der Schliff verleiht dem Metall die notwendige Ebenheit und Glätte. Bei minderwertigen Chromober-flächen werden die aufwändigen Schleifarbeiten unterlassen bzw. es werden nur die ärgsten Stellen kurz angeschliffen. Man sieht dann alle Kratzer aus der Bearbeitung und Zieh-Riefen von der Rohrproduktion. Dies wirkt sich besonders störend aus, weil gerade der metallisch blanke Überzug bei der Verchromung durch Lichtbrechung jede noch so kleine ”Sünde“ offenbart.