Das Geheimwissen des Fachmanns       wissenswertes_left

Polsterungen
Der übliche Polsteraufbau besteht zunächst aus einem Polsterträger, der eigentlichen Polsterung und dem Bezug.

Als Polsterträger dienen üblicherweise Spanplatten - je nach Qualität und Erfordernis in den verschiedensten Stärken. Bei Sitzmöbeln findet man auch Formsperrholz oder Kunststoffträger.

Zur Polsterung hat sich eine Auflage aus Schaumstoff in Stärken von 30 bis 50 mm durchgesetzt. Ein bestimmendes Kriterium für Qualität und Preis liegt im Raumgewicht, welches sich im Bereich von ca. 22 bis 48 kg/cbm bewegt. Da der Kunde auf diesem Gebiet unerfahren ist, wird an dieser Stelle gern gespart. Die Zahl des Raumgewichtes gibt die Menge des Rohstoffs an, die zum Aufschäumen von einem Kubikmeter Schaumstoff eingesetzt wird. Also bei RG 22 entsteht aus 22 Litern Rohware ein Block von 1 Kubikmeter Rauminhalt. Je mehr Rohmasse man zum Aufschäumen verwendet, umso kleiner und feiner werden die einzelnen Zellen des Schaumblocks. Je kleiner die Zellmembranen sind, umso widerstandsfähiger ist der Schaum gegen Druckverformungen und umso höher ist die Rückstellkraft des Schaums.

In speziellen Fällen setzt man zur Polsterung Verbundschaum ein. Es finden sich hier hochverdichtete und kleingehäckselte Schaumstoffstückchen, die zu einem Block verklebt wurden. Man erreicht so Raumgewichte, die im Blockschäumverfahren nicht realisierbar sind. Entsprechend formstabil verhält sich dieser Verbundschaum.


Bezug: Lederimitate, Leder, Möbelstoffe      okta_drehstuhl_left
Lederimitate (Kunstleder) verfügen über ein Baumwoll- und/oder Polyestergewirke als Grundträger, worauf eine PVC-Verbundmasse aufgetragen und ggf. bedruckt wurde.

Eine Rinderhaut ist im Urzustand ca. 5-6 mm stark und kann in dieser Stärke für unsere Zwecke nicht verarbeitet werden.
Leder wird in einer Stärke von ca. 0,9 bis 1,1 mm verarbeitet. Die Rinderhaut wird deshalb aufgespaltet. Die dabei gewonnene oberste Haut bildet das wertvolle Oberleder, weil hier die original Hautporen und Haarkanäle vorhanden sind, welche dem Leder die einzigartige Eigenschaft verleihen, bis zu 40% seines Eigenvolumens an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben (atmet).

Unterhalb dieser Oberhaut liegt das Spaltleder, welches erst durch den Einsatz von Ausrüstung, Decklacken und Prägung zu einem verkäuflichen Leder wird. Durch die nachträgliche Prägung entsteht auf dieser Haut ein durchgängig gleichbleibendes Narbenbild, was beim Zuschnitt zu erheblichen Einsparungen führt und dieses Leder für preisgünstige Erzeugnisse prädestiniert.

Als Regenerat bezeichnet man ein aus Lederresten gewonnenes Oberflächenmaterial, bei welchem Reste von Leder zerkleinert und wieder zusammengeleimt werden. Damit der notwendige Zusammenhalt gewährleistet ist, erfolgt der Ausstrich dieser Restemasse auf einem textilen Untergrund. Nach der Aushärtung wird das Material gefärbt, geprägt und aufgerollt - fertig ist die Endlos-Kuh von der Rolle! Das ist äußerst praktisch für die Produktion, hat aber mit den Eigenschaften von Leder nichts mehr zu tun.

Bei der Vielzahl an Möbelstoffen wird vorwiegend Wert auf eine hohe Scheuerfestigkeit gelegt. Für die Beurteilung der Scheuerfestigkeit hat man die Prüfung EN ISO 12947 nach dem Martindale-Verfahren (Scheuertouren-Verfahren) entwickelt, bei welchem ein definiertes Scheuermittel-Gewebe mit einem bestimmten Druck auf einem zu prüfenden Gewebe drehend bewegt wird. Die Zahl der Drehbewegungen bis zur Probenzerstörung wird ermittelt und als xxxxx-Martindale benannt. Ein Wert von ca. 8.000 Martindale gilt für Stoffe im Haushalt als ausreichend. Wir betrachten jedoch einen Wert von 20.000 Martindale als Mindestwert. Häufig werden diese Werte allerdings deutlich überschritten.


  
Oberflächenbehandlung von Stahl          loft_left       
Zur Verbesserung des Aussehens und als Schutz vor Rostbildung müssen Stahloberflächen mit einem Überzug versehen werden. Wir unterscheiden zwischen lackierten und galvanischen Oberflächen.

Lackierte Flächen können in einer großen Palette farbig gestaltet werden. Um eine gewisse Reproduzierbarkeit bei Ergänzungen oder Nachlieferungen zu gewährleisten, bedient man sich häufig gewisser Farb-Standards nach RAL oder GAT, so dass auch unterschiedlichste Produkte miteinander kombiniert werden können.

Weniger gebräuchlich ist heute die Technik der Nasslackierung, weil hier nur ein relativ dünner Farbauftrag erreicht wird, der mehrere Lackierdurchläufe erforderlich macht, um eine wirkungsvolle Schutzfunktion des Lackauftrages zu erreichen.

Wesentlich besser in der Qualität sind Pulverbeschichtungen, die in einem elektrostatischen Verfahren aufgeschmolzen werden. Besonders vorteilhaft wirkt sich hierbei aus, dass man gegenüber dem Nasslack in einem einzigen Auftrag etwa bis zur 3-fachen Schichtstärke erzielt. Diese Pulver-Lackschicht haftet durch die entsprechende Vorbehandlung und die Verflüssigung des elektrostatisch aufgetragenen Farbpulvers mittels Hitze wesentlich intensiver auf dem metallischen Untergrund.

Verzinken, vernickeln und verchromen zählen zu den galvanischen Oberflächenverfahren.

Verzinkte Oberflächen finden wir meist nur bei Kleineisenteilen wie z.B. Schrauben, die im preisgünstigen Trommelverfahren behandelt werden. Zur Verbesserung der Oberflächenqualität werden die Zinkoberflächen bei größeren Teilen anschließend noch blau oder gelb chromatiert, um eine optisch störende Oxydschicht der verzinkten Oberflächen zu unterbinden.

Vernickelte Oberflächen finden wir heute kaum noch im Endprodukt, weil im galvanischen Verfahren häufig eine Verchromung nachgeschaltet wird, um ein wesentlich besseres optisches Ergebnis zu erzielen. Reine Nickeloberflächen wirken in der großen Fläche meist etwas gelblich. Als Basis für eine Verchromung ist die Nickelschicht jedoch unerlässlich.

Verchromte Oberflächen zeichnen sich durch eine hohe Beständigkeit sowie leichte Pflege und Reinigung aus. Dennoch gehört zu einer optisch hochwertigen Chromoberfläche die entsprechende Vorbehandlung durch gründliches vorheriges Schleifen. Erst der Schliff verleiht dem Metall die notwendige Ebenheit und Glätte. Bei minderwertigen Chromober-flächen werden die aufwändigen Schleifarbeiten unterlassen bzw. es werden nur die ärgsten Stellen kurz angeschliffen. Man sieht dann alle Kratzer aus der Bearbeitung und Zieh-Riefen von der Rohrproduktion. Dies wirkt sich besonders störend aus, weil gerade der metallisch blanke Überzug bei der Verchromung durch Lichtbrechung jede noch so kleine ”Sünde“ offenbart.